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Ziehen an der Leine

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Eintrag vom 10.02.2011

Manchmal spielen die ursprünglichen Gründe keine Rolle, so ist es beim Ziehen, wenn es nur darum geht, dass der Hund an der Leine zieht.
Wichtig ist dabei eigentlich nur, warum er nicht damit aufhört und das ist einfach erklärt.
Er erlebt Erfolg mit dem Ziehen, es geht in die Richtung in die er zieht.
Früher haben viele Hunde Wagen gezogen, vor allem bei Leuten, die zu arm waren, um sich ein Pferd leisten zu können.
Im Gegensatz zum Pferd muss man einem Hund nicht lernen, einen Wagen oder Schlitten zu ziehen, ziehen tun Hunde von alleine, für Hunde ist dies eine normale Reaktion, wenn sie zurückgehalten werden, Pferde können in Panik gehalten, wenn sie nicht gelernt haben, etwas zu ziehen.
Um einen Hund das Ziehen abzugewöhnen muss man ihm ganz einfach den Erfolg nehmen.
Das aber nicht nur einmal, sonder so lange, bis er nicht mehr erwartet, dass es vorwärts gehen können, wenn er zieht.

Bei einem jungen Hund, der sich noch nicht an den Erfolg des Ziehens gewöhnt hat, reicht es eigentlich aus, stehen zu bleiben, irgendwann schaut er zurück und irgendwann hört er auf zu ziehen.
Dann kann man wieder vorwärts gehen.
Die Anfangserfolge kommen bei einem jungen Hund sehr schnell, dass heisst aber nicht, dass man ihm das Ziehen dann nicht doch noch beibringen kann, dafür braucht es nur Inkonsequenz.
Deshalb, wenn man damit anfängt, einem Hund beizubringen, dass er nicht ziehen soll, dabei bleiben und immer wieder darauf achten, dass man ihm das Ziehen nicht doch noch beibringt.

Bei Hunden, denen man schon mit viel Geduld beigebracht hat, dass es immer vorwärts geht, wenn sie ziehen, genügt das Stehen-bleiben nicht mehr.
Wir haben dem Hund schliesslich schon beigebracht, dass wir genau dies immer wieder tun, sei es um ein Schaufenster zu betrachten, das Mobil hervor zunehmen oder weil wir mit jemanden reden wollen.
Der Hund weiss, das geht vorbei und irgendwann geht es wieder in die Richtung, in die er zieht.
Am Anfang empfehle ich wirklich einen Richtungswechsel, für den Hund bedeutet dies, das er plötzlich hinter uns ist.
Dies wird ihn irritieren und ihn aus der Routine reissen.
Schon sehr bald ist dann der Richtungswechsel nicht mehr nötig, dann muss man nur noch ein, zwei Schritte rückwärts laufen, damit er aufhört zu ziehen.
Das Problem, das sich dann ergibt, wir haben den Hund so lange daran gewöhnt, zu ziehen, dass es ganz einfach nicht möglich ist, dies in kurzer Zeit wieder abzugewöhnen.
Der Hund wird zunächst erwarten, dass diese Laune bei uns wieder vorbeigeht, anschliessend wird er sich fragen, ob er etwas falsch macht beim Ziehen und am Schluss wird es ihn stören, dass wir ihm eine lieb gewonnene Gewohnheit abgewöhnen wollen.
Die ganze Zeit über dürfen wir dem Hund keinen Erfolg geben beim Ziehen, sonst wirft das uns wieder ganz weit zurück, weil der Hund dann ein "geht-doch"-Erlebnis hat und wieder versucht herauszufinden, was er machen muss, damit wir wieder funktionieren und uns ziehen lassen.
Normalerweise werden sich nach einer Woche schon respektable Anfangserfolge einstellen aber gerade am Anfang des Spaziergangs, wird der Hund vor Aufregung gerne noch vergessen, das Ziehen kein Erfolg bringt.
Nach zwei Wochen haben die meisten Hunde aufgehört zu ziehen und nur noch ziehen, wenn sie vor Aufregung vergessen, dass genau dies kein Erfolg bringen wird aber nach zwei Wochen sind wir Menschen dann normalerweise auch so weit, dass wir ganz automatisch reagieren und dem Hund den Erfolg nehmen.
Ich meine, bei einem Hund, dem man das Ziehen beigebracht hat, setzt man sich einen Starttermin, wie man das bei fast allem machen muss, das man sich abgewöhnen will.
Den genau dies ist es für den Hund, ein Abgewöhnen einer Gewohnheit, die wir ihm beigebracht haben.

Sobald sich ein gefestigter Anfangserfolg eingestellt hat, kann man den Hund auch noch zusätzlich unterstützen, indem man an der Leine zupft, bevor er wieder selbstvergessen beginnt, an der Leine zu ziehen.
Wichtig dabei ist, das ich von einem Zupfen schreibe, nicht von einem Ruck oder Schlag.
Hunde haben unglaublich viele Muskeln am Hals, deshalb ist es ihnen möglich, so stark zu ziehen, ohne dass sie scheinbar Schwierigkeiten haben.
Wenn man aber an der Leine ruckt, entspricht dies nicht dem "normalen" ziehen, dass auf Dauer schon schädlich genug ist.
Dazu mal ein kleines Experiment, man gibt einem Helfer entspannt die Hand und lässt den ganzen Arm ansonsten hängen.
Dann soll der Helfer mit einem Ruck an der Hand ziehen, nicht zu heftig!
Den Schlag spürt man vor allem im Schultergelenk aber auch im Ellbogengelenk.
So wirkt ein Ruck auf den Hals eines Hundes, wenn er nicht die Muskeln angespannt hat.
Um die Wirkung zu spüren, die es hat, wenn die Muskeln angespannt sind, braucht es in erster Linie einen kräftigeren Helfer, der dann so an der Hand rucken soll, dass man zu ähnlichen Bewegungen gezwungen wird, wie der Hund sie bei starken Rucken machen muss.
Man vermutet, dass Leinenrucke bei Hunde ähnliche Symptome verursachen können, wie bei uns Menschen das Schleudertrauma.
Das dann ein direkter Zusammenhang mit Leinenaggression entstehen kann, ist dann nur noch eine logische Schlussfolgerung.

Wenn das Gewichts- und Kräfteverhältnis für den HH ungünstig ist und vor allem wenn dann der Hund auch noch nicht genügend ausgelastet wird, kann es aber sein, dass dem Hund diese paar Zentimeter als Erfolg reichen, die man ihm gibt, weil der Hund einem den Arm nach vorne reisst und vielleicht uns auch noch zu einem kleinen Ausfallschritt zwingt.
Sollte das dies der Fall sein, empfehle ich dringend einen Hundetrainer aufzusuchen.
Man kann auch dieses Problem lösen aber die Lösungen sollten dem Team angepasst werden und normalerweise muss dann auch noch gleich eine Lösung gefunden werden, wie man den Hund artgerecht Auslasten kann.

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 3 Kommentare

~+*Sarah*+~
29.08.2011 15:46 Uhr
Oh gut zu wissen. Bis jetzt hab ich nur die erste Methode bei Ginger (1 Jahr) versucht. Aber anscheinend hat sie sich schon zu sehr an das Ziehen gewöhnt. Schon komisch man bekommt es gar nicht wirklich mit dass man den Hund daran gewöhnt bis zu dem Moment wo er groß geworden ist und plötzlich mehr Kraft entwickelt hat.. ^^
Ne Kölsche
12.01.2012 22:52 Uhr
Hallo das ist sehr gut zu wissen denn mein Hund zieht immer wie ein Wahnsinniger und ich Reagiere natürlich mal wieder falsch,das werde ich nun mal ändern,vielen Dank für den Tipp Ne Kölsche
kräuterhexe1986
02.04.2012 19:48 Uhr
Ích habe es schon ganz oft ausprobiert.Meine Hündin guckt mich dann nur blöd an und zieht sofort wieder.wenn ich also die tips genauso befolge wären wir keinen meter gassie gegangen.was kann ich denn machen das sie es schneller checkt

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