Hunde als Sklaven ?? Hunde wollen lieber ohne Menschen leben?

weckener
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Hunde Sklaven von Menschen? Früher sicher, als noch die Erziehung erst nach dem Brechen des Willens als einzige Möglichkeit galt, mit dem Hund zu leben. Aber heute nicht mehr, die Erziehungsarten sind artgerechter, freundlicher und auf ein liebevolles Zusammenleben bedacht. Ich will nicht abstreiten, das immer noch viele Hunde wie Sklaven leben müssen, solche die von ihren HH misshandelt werden und trotzdem an ihm hängen, nicht die Möglichkeit ergreifen zu fliehen. Lieber Schläge und andere Misshandlungen ertragen, als ohne Mensch zu leben… Oder die armen Schäferhunde, die im Zwinger leben müssen und nur einmal in der Woche zum Schäferhundeverein zum Training dürfen, Den allermeisten Hunden geht es da besser, wenn es auch oft Missverständnisse zwischen den HH und den Hunden gibt, es gibt auch die Möglichkeit, das Hund die „Regierung“ übernimmt und der Mensch der Sklave ist….

Aber wie leben denn Hunde: lieber ohne Mensch in Freiheit wie die Straßenhunde ohne ein Zuhause? In der DOG`s vom Januar/ Februar 1018 ist ein interessanter Artikel:
„Mensch und Hund kamen über die Jagd zusammen, Doch wie kam es dazu?“Die Fotografin Debra Bardowicks begleitet den Anthropolgen Jeremy Koster im Regenwald von Nicaragua.Der sagt: „ Es muss schon in sehr frühen Zeiten ein Kosten – Nutzen- Verhältnis gegeben haben,. Denn hätten die früheren Menschen mehr investiert, als sie gewonnen hätten, wäre es nie zu einer Domestikation gekommen.“J. Koster macht seit Jahren Expeditionen zu Naturvölkern um das Zusammenleben mit Hunden zu beobachten.
Zitat:“Keins der Tiere wird auf Kissen gebettet,, keiner kann sich am Ende des Tages darauf verlassen, dass jemand ihm den Napf füllt. Aber sie kennen keine Leine und Zwinger, jeder könnte jederzeit gehen, aber keiner läuft weg, wohl weil die Hunde wissen, dass nur Teamwork mit den Menschen ihr Überleben sichert. Sie werden nicht verhätschelt, bekommen keinen Spitznamen und machen nichts, was sie nicht sind. Eine Kuschelstunde gibt es mit den Kindern, die Pfoten werden sorgfältig überprüft, weil der Mensch den Hund sehr wertschätzt.

DOG`S Rasseexperte Gerd Leder im Nationalpark im Südwesten Indiens triff auf eine Urhunderasse . Sie sehen dem Dingo ähnlich und haben sich dem Menschen angeschlossen. Leder:“ Ich vermute stark, das sich diese Tiere seit der Domestikation kaum verändert hat:“. Für die Menschen sind sie weder Sozialpartner noch Kuschelkumpels, sie sind Arbeitskollegen. Die Hunde begleiten sie als freiwillige Helfer bei der Jagd. Sie bekommen ein paar Happen von der Jagdbeute, sie fressen alles was ohne Müllabfuhr und Toilette rumliegt, säubern das Lager. Sie leben nicht in Rudeln, jeder hält einen großen Individualabstand zum andern .Keiner streitet ums Futter, weil Verletzungen im Tropenklima gefährlich wären und tödlich sein würden. Es ist zum befürchten, das diese Rasse verschwinden wird, wenn die Zivilastion dort Einzug halten wird.

Ein anderer Fernsehbericht über den schon Feuerwolf in einem anderen Thread berichtet hat gibt es in Afrika im Busch auch Urhunde, die mit den Menschen freiwillig leben, sie helfen bei der Jagd, jagen aber nicht, zeigen nur an wo das Wild ist, sie leben sehr eng mit den Menschen .Nachts werden sie als Wärmflasche benutzt, weil es so kalt ist,. Sie melden wenn Tiere oder Fremde zum Lager kommen, aber sie beschützen nicht. Sie bekommen Reste zu fressen, sind vollkommen frei zu gehen wohin sie wollen, aber sie bleiben beim Menschen…
In allen Fällen sind die Urhunde gern bei den Menschen, sie leben freiwillig oft ohne jede Streicheleinheit und Belohnung . Sie haben meist einen feste Bezugsperson, der sie folgen, Besitzer kennen sie nicht, sie entscheiden selbst, wem sie folgen…

Für mich ergibt sich daraus folgendes: Hunde wollen einen Menschen, sie wollen mit uns leben, nicht allein in der Wildnis, nicht nur wegen der regelmäßigen Futtergabe, sondern es liegt in ihrem Wesen.

Zitate aus DOG`s Heft Januar/Februar 2018 Seite 26-37. Leider konnte ich den Artikel nicht im Internet bei DOG`s finden, deshalb kein Link!
Feuerwolf
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Letztes Jahr wurde die wohl bekannte älteste Darstellung von Hunden und Menschen entdeckt in einer Höhle:

Ist dies die älteste Haushund-Darstellung?
8.000 Jahre alte Felsbilder von angeleinten Hunden in Saudi-Arabien entdeckt
Spannende Entdeckung: Im Nordwesten Saudi-Arabiens haben Forscher die möglicherweise ältesten Felsbilder von Haushunden entdeckt. Die rund 8.000 Jahre alten Ritzzeichnungen zeigen mit Pfeil und Bogen bewaffnete Jäger, die von Hundegruppen begleitet werden. Besonders spannend: Einige der Hunde sind offenbar angeleint – gebogene Linien verbinden sie mit den Menschenfiguren.

Bild

Der Hund begleitet uns Menschen schon seit Jahrtausenden – wie lange genau und wo aus Wölfen zuerst Haushunde gezüchtet wurden, ist allerdings noch unklar. Es könnte sogar sein, dass die Wölfe gleich zweimal domestiziert wurden – einmal in Europa und einmal in Ostasien. In jedem Falle belegen Hundegräber, dass schon die Steinzeitmenschen vor rund 8.000 Jahren in ihren Hunden wertvolle und vielleicht sogar geliebte Begleiter sahen.

Felsbilder mit Hunden
Wie unsere Vorfahren ihre Hunde damals einsetzten, könnte nun eine Entdeckung von Maria Guagnin vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und ihren Kollegen aufzeigen. Sie haben prähistorische Felsbilder ausgewertet, die in Shuwaymis und Jubbah im Nordwesten Saudi-Arabiens gefunden worden waren.

Unter den mehr als 1.4000 Ritzbildern entdeckten die Forscher neben zahlreichen Darstellungen von Gazellen, Wildeseln, Rindern, Schafen und Ziegen auch mehr als 300 Hundeabbildungen. "Diese Hundedarstellungen finden sich meist in Jagdszenen, manchmal aber auch gemeinsam mit Rindern", berichten Guagnin und ihre Kollegen. Meist sind mehrere Hunde gemeinsam mit einer Menschenfigur zu sehen.

Eindeutig domestiziert
Das Besondere daran: "Angesichts ihrer Morphologie und des kulturellen Kontextes ist es klar, dass es sich bei den abgebildete Caniden um domestizierte Hunde handelt, nicht um Wölfe oder Schakale", so die Wissenschaftler. "Alle dargestellten Hunde gehören zum gleichen Typus: Sie besitzen aufgestellte Ohren, kurze Schnauzen, eine tiefe Brust und einen nach oben eingerollten Schwanz."

Damit ähneln diese prähistorischen Hunde stark der noch heute im Nahen Osten verbreiteten Hunderasse des kanaanitischen Hundes, wie die Forscher erklären. Ähnlich wie diese zeigen auch die Hunde auf den arabischen Felsbildern teilweise weiße Flecken auf der Brust, der Stirn und den Beinen. Außerdem scheinen diese Hunde deutlich größer als die auf der Arabischen Halbinsel heimischen Wölfe.

Hier der Film dazu, leider nur in Englisch:

https://www.youtube.com/watch?v=NAGprHaKAZo

Quelle: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22105-2017-11-20.html

Der Hund hat sich dem Menschen freiwillig angeschlossen und lebte mit ihm in einer Symbiose, einer Win-Win-Situation.

Irgendwann haben einige Menschen den Hund allerdings zu ihrem Sklaven gemacht, ebenso wie es auch menschliche Sklaven und Leibeigene gab und gibt.

Es gibt aber immer noch Hunde bzw. Hundepopulationen, wie Weckener auch beschrieb, die in der ursprünglichen Form, freiwillig als Symbiose, mit dem Menschen heute noch leben.

An anderer Stelle haben ich an der Herde lebende, heutige Herdenschutzhunde als Beispiel genommen. Da diese Hunde z.T. tagelang ohne menschlichen Kontakt bei der Herde leben, könnten sie durchaus ganz schnell die Herde und somit den Menschen verlassen. Herdenschutzhunde gelten nicht ohne Grund als sehr urtümliche Hunde, was ihr Wesen, ihre "Wetterfestigkeit" und Nahrungsquellen sowie Futterverwertung angeht.
Leider werden diese Hunde in den letzten Jahren von einigen Menschen immer mehr als s.g. Showhunde gezüchtet, wie seinerzeit schon der Pyrenäen Berghund zu Zeiten des Sonnenkönigs in Frankreich, was die Arbeitslinien fast komplett zerstört hätte.

Und dann gibt es ja auch noch die Hunde ......die im Hause leben....und ihre "HH" sehr gut erzogen haben und sowohl den Tagesablauf bestimmen als auch das Verhalten ihrer "HH". Da sind m.M.n. nicht die Hunde die Sklaven
Shibaherz
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Was das Inhaltliche angeht, sind wir uns einig – ich finde die Aussage von Jeremy Koster zu den Bedingungen des Zustandekommens der Domestikation auch völlig plausibel. Und wichtig eben auch der Hinweis auf die Freiwilligkeit, mit der die Hunde bei den Naturvölkern zu den Menschen kommen und bei ihnen bleiben.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 11.03.2018 04:47 Uhr
christianeadler
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Mir klingt "Kosten- Nutzen- Verhältnis" zu rational. Am Anfang mag die Erwägung gestanden haben, dass Hunde praktische Tiere sind, die nicht weiter stören, sich selbst versorgen und bei Bedarf als Jagdhelfer dienen. Schon vor 14- tausend Jahren liessen sich aber Menschen mit ihrem Hund bestatten, hatten das kranke Jungtier wochenlang bis zu seinem Tod gepflegt.

http://www.businessinsider.de/hunde-14000-jahre-alter-koerper-liefert-erstaunliche-erkenntnis-ueber-ihr-verhaeltnis-zu-menschen-2018-3

Da dürfte die Wertschätzung schon über den reinen Nutzen hinaus gegangen sein. Spätestens bei der Selektion wird es dann doch offensichtlich, dass Hunde nicht nur für ihre Arbeitsleistung, sondern auch für ihr Aussehen und den Kuschelfaktor gehalten wurden. Immerhin gibt es schon seit mehr als dreitausend Jahren Schosshunde, deren Nutzen höchstens als Wärmflasche bestand. Und selbst bei den Arbeitshunden geht mMn die Wertschätzung über den rein materiellen Nutzen von Jagderfolg oder erbrachter Schutzleistung hinaus. In Deutschland merkt man doch gerade zur Zeit wieder, wie wichtig den Menschen auch ein Gefühl von Sicherheit ist. Der Wert eines Hundes, der Feinde durch Bellen meldet oder vertreibt oder sie sogar bekämpft, liegt doch bestimmt auch im emotionalen Bereich. Der Mensch kann beruhigt sein, weil er sich selbst, sein Eigentum, seine Tiere bewacht weiss.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
weckener
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Da in dem Bericht ja von Urhunden die Rede ist und diese bei Naturvölkern, die erst in letzter Zeit entdeckt wurden, denke ich an verschiedene Arten mit ihnen umzugehen. In Indien werden die Hunde kaum beachtet, in Afrika laufend geknuddelt, mitgeschleppt und nicht nur von Kindern. Ich habe mal einen Bericht gelesen, ist schon lange her, da werden Hunde in der Gemeinschaft nur für die Beseitigung von Fäkalien besonders wichtig ist ihnen die Reinigung der Säuglinge (Windeln sind da nicht bekannt) von deren Popos... Hygiene durch Hunde... Sie gehen nicht mit zur Jagd, der Stamm hat Rinder von denen sie leben. Auch da völlige Freiheit der Tiere.
Wenn auf den Felsenbildern Stricke oder Leinen zu sehen sind, liegt das vielleicht daran, das es andere Landschaften waren. In dem Bericht ist von Urwald, Regenwald, und Dschungel die Rede, da wären Halsbänder und Leinen ein großes Hindernis auf der Jagd, wo es durch das Gebüsch geht, vielleicht haben sie deswegen die totale Freiheit. Und wenn die Hunde trotzdem bei den Menschen bleiben und nicht weglaufen, ist das auch nicht nötig.
Bei den indischen Naturvolk sind den Menschen nur ihre Elefanten wichtig, Hunde sind halt da und nützlich, aber ansonsten gibt es dort keine Verbindung. Es wird berichtet, das eine Hundeforscherin dort einem Hund "Pfötchen geben" beigebracht hat, als sie das vorgeführt hat, haben die Leute total entsetzt reagiert...
Wahrscheinlich leben noch andere Urhunde irgend wo im Dschungel, wo die Naturvölker nicht entdeckt wurden. Es ist interessant, wie sie dort leben...
Sicher haben in anderen Gegenden andere Verhaltensweisen zu den Hunden gegeben, Die Knuddelhunde in Afrika, werden als wichtig für Wärmespeicher, weil es nachts so kalt ist, gebraucht, in Indien ist es vielleicht nachts nicht kalt, deshalb kommen sie nicht auf die Idee... In Europa, wer weiß?
Aber so wie Hunde sich angepasst haben, wird es sicher sehr viele Menschen gegeben haben, die eine ganz enge Bindung zu ihnen aufgebaut haben.
Was mich halt besonders aufmerksam gemacht hat, das so Urhunde ohne Zwang so gern bei den Menschen bleiben....
Shibaherz
Beiträge: 20982
Ein augeglichenes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf beiden Seiten widerspricht nicht von vornherein gegenseitiger Wertschätzung ud sich daraus entwickelnder Zuwendung. Die Interpretation des Grabfundes mit dem Menschenpaar und dem leider früh verstorbenen Junghund lässt ja auch offen, ob diese Menschen vorher schon einen Jagdgehilfen (evtl. Vater oder Mutter) hatten und wertschätzten und sich von dem Nachkommen ähnliche Hilfe erhofften.
Deshalb verstehe ich nicht recht, was Du damit meinst, „Kosten-Nutzen-Verhältnis“ klinge Dir zu rational. Man kann es ja auch so formulieren: Energieaufwand im Verhältnis zum Ertrag. Ohne die Hilfe des Hundes musste der bronzezeitliche menschliche Jäger sicher ein Vielfaches an Energie aufwenden.
Ich finde es interessant, die Mensch-Hund-Beziehung am Beispiel der noch verbliebenen Naturvölker zu studieren, wie Jeremy Koster es macht. Natürlich macht es einen Unterschied, dass diese Naturvölker im Unterschied zu den Menschen vor unserer Zeitrechnung einen Zugang zu Schusswaffen haben.

Koster hielt bei der Beobachtung der heute noch lebenden Naturvölker (am Beispiel Nicaraguas) fest:
- Für den Menschen ist die Chance auf Jagdbeute zusammen mit dem Hund viel höher als ohne ihn.
- Allerdings zeigen die Hunde alles an, was sich bewegt – nicht nur jagdbares Wild. Das ist dann im Sinn der Kosten-Nutzen-Rechnung Zeitverschwendung.
- Die Unterhaltskosten für einen Hund sind höher als die Anschaffungskosten für eine Schusswaffe.

Und trotzdem behalten die Menschen die Hunde.
Es kann also sein, dass das sog. Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht ganz ausgeglichen ist, zu Ungunsten der Hunde, und die Menschen trotzdem die Hunde behalten bzw. die Hunde bei den Menschen bleiben.

Wenn wir von den „zivilisierten Gesellschaften“ aus über die Beziehung Mensch: Hund nachdenken, sollten wir aber nicht vergessen: Weltweit leben nur 17 % der 700 Mio. Hunde in menschlicher Obhut. Was ist mit den anderen? Ein Großteil lebt in der Nähe von Müllhalden, d. h. unweit von ihnen, aber nicht mit ihnen zusammen. Der Mensch hat ihnen diese Nahrungsquelle bereitgestellt und damit auch ihr Fortpflanzungsverhalten verändert: sie pflanzen sich, unabhängig von natürlichen Nahrungsquellen, rapider fort und paaren sich promiskuös.


http://hundeprofil.de/hunde-rund-um-die-welt-teil-1-sparcs2015/

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Feuerwolf
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@Shibaherz: Die Hunde in Afrika z.B., die Weckener erwähnt hat, schlagen nicht nur bei Wild, sondern auch bei Raubtieren an. Sie selber beteiligen sich aber nicht an der Vertreibung der Raubtiere, sondern bleiben in der Nähe des Dorfes zurück.

Bei Deiner Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung also keine Zeitverschwendung, wenn sie auch andere Tiere, hier Räuber, anzeigen. Genauso zeigen sie auch Fremde und Feinde an. Der Mensch kan nalso wesentlich besser sein Dorf schützen und verteidigen bei diesen "Alarm-Anlagen".

Waffen im Sinne von Schusswaffen haben diese Völker in Afrika nicht, sondern benutzen herkömmliche, seit jeher überlieferte Waffen.

In dem von Dir eingestellten Link steht auch, dass, selbst wenn sie sich eine Schusswaffe kaufen würde, diese wesetnlich teurer ist al sein Hund. Zwar ist der Hund im Unterhalt angebl. teurer, aber Munition muss auch nachgekauft und vorher erst einmal gefunden werden, ebenso wie Reinigungsutensilien für die Schusswaffe. Die reinigen sich nach Gebrauch nämlich nicht von selber.

Und ob ein Hund in Afrika, der sich von Essensresten ernährt, wirklich dann noch so viel mehr kostet als der Unterhalt einer Schusswaffe in diesen entlegen Gegenden, wage ich zu bezweifeln.

Außerdem vermehren sich diese Hund nicht unaufhaltsam, sondern die Gesamtanzahl der Tiere pro Dorf bleibt in etwa gleich, ohne dass der Mensch eingreift.
Einge junge Erwachsenentiere wandern ab ins nächste Dorf, damit es zu keiner Inzucht kommt.
Beides ist dem Verhalten von Wölfen sehr ähnlich und steht im krassen Gegensatz zu Deinem Link.

Natürlich ist dies nur ein kleiner Prozentsatz aller auf der Welt lebenden Hunde. Aber dies scheint doch die Urform des Hund-Mensch-Zusammenlebens zu sein.

Genauso wie der Mensch hat sich auch der Hund, der am engsten mit dem Menschen zusammenlebt, durch die Zivilisation verändert, sogar ähnlich wie der Mensch sich dieser angepasst.
Shibaherz
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@Feuerwolf: Es ist nicht „meine“ Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung, sondern eine, die Koster in dem von mir eingestellten Link und auch in dem von weckener zitierten Artikel in der vorletzten DOGS-Ausgabe aufmacht und veranschaulicht und die mir plausibel erscheint.
Wenn Hunde, die in einem afrikanischen Dorf mit Menschen zusammenleben, bei der Annäherung von Raubtieren anschlagen, steht das natürlich auch auf ihrer „Habenseite“.

Aber Kosters Thema ist die Zusammenarbeit von Mensch und Hund bei der Jagd, bei „Naturvölkern“, vorzugsweise in Zentral- und Südamerika. („Naturvölker“ ist ein ideologisch aufgeladener Begriff, der heute von der Ethnologie nicht mehr benutzt wird. Gemeint ist er hier in dem Sinn, dass Menschenstämme ihren Alltag noch heute wie vor Tausenden von Jahren leben, mit naturverbundenen Subsistenz-Strategien.)

Er beschreibt die Zusammenarbeit so: „Die Hunde werden … nicht ausgebildet … Der Jäger geht mit dem Hund in den Regenwald und lässt ihn von der Leine. Dann wartet er an Ort und Stelle, bis sein Hund eine Jagdbeute gefunden hat und dies durch Bellen anzeigt. Der Jäger folgt dem Bellen zum Beutetier.“

Koster hält es für möglich, dass Hunde aus jagdlichen Gründen auf das Bellen selektiert wurden.

Mit „Zeitverschwendung“ meint er das Anschlagen von Hunden beim Aufspüren von Tieren, die dem Menschen nicht als Nahrung dienen, wie etwa Schlangen oder andere Kriechtiere.


Zur Vermehrung der Hunde, die eng mit Menschen zusammenleben, habe ich mich nicht geäußert. Das betraf „nur“ die „wild“ lebenden Hunde.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 13.03.2018 08:08 Uhr
christianeadler
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@ Shibaherz

Mit meinem Einwand zum Kosten- Nutzen- Verhältnis wollte ich eigentlich nur darauf hinaus, dass die Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Hund nicht unter rein wirtschaftlicher Betrachtung verständlich wird. Die Menschen haben auch andere Jagdhelfer wie Falken oder Frettchen. Sie halten Mungos, um keine Schlangen im Haus fürchten zu müssen... Umgekehrt sind viele Tierarten Zivilisationsfolger der Menschen, profitieren von ihren Abfällen, leben in ihren Häusern. Nur erfreut sich ein Marder im Haus nicht derselben Beliebtheit wie ein Terrier, auch wenn beide Ratten fernhalten...
Ich denke, dass man den Begriff Nutzen anders definieren muss als bei sogenannten Nutztieren in der modernen Landwirtschaft, dass auch schon die Urhunde für den Menschen einen ideellen Wert hatten. Vielleicht waren sie durch ähnliche Sozialstrukturen und ihre Anpassungsfähigkeit gegenüber anderen Tierarten im Vorteil, haben frühzeitig gelernt, sich bei den Menschen beliebt zu machen. Immerhin ist es dem Hund im Lauf der Evolution gelungen, in manchen Kulturkreisen wie bei uns in Deutschland zum Sozialpartner des Menschen zu werden. Nicht nur viele Hunde ziehen Menschen ihren Artgenossen vor, sondern auch Menschen Hunde anderen Menschen. Materieller Nutzen spielt in diesem Zusammenleben überhaupt keine Rolle mehr.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Feuerwolf
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Original von Shibaherz:

@Feuerwolf: Es ist nicht „meine“ Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung, sondern eine, die Koster in dem von mir eingestellten Link und auch in dem von weckener zitierten Artikel in der vorletzten DOGS-Ausgabe aufmacht und veranschaulicht und die mir plausibel erscheint.
Wenn Hunde, die in einem afrikanischen Dorf mit Menschen zusammenleben, bei der Annäherung von Raubtieren anschlagen, steht das natürlich auch auf ihrer „Habenseite“.

Das war mir schon klar. Deswegen hatte ich es ja angesprochen

Aber Kosters Thema ist die Zusammenarbeit von Mensch und Hund bei der Jagd, bei „Naturvölkern“, vorzugsweise in Zentral- und Südamerika. („Naturvölker“ ist ein ideologisch aufgeladener Begriff, der heute von der Ethnologie nicht mehr benutzt wird. Gemeint ist er hier in dem Sinn, dass Menschenstämme ihren Alltag noch heute wie vor Tausenden von Jahren leben, mit naturverbundenen Subsistenz-Strategien.)

Was gemeinhin als "Naturvölker '" bezeichnet wird, ist mir durchaus geläufig .....man soll`s ja nicht meinen

Er beschreibt die Zusammenarbeit so: „Die Hunde werden … nicht ausgebildet … Der Jäger geht mit dem Hund in den Regenwald und lässt ihn von der Leine. Dann wartet er an Ort und Stelle, bis sein Hund eine Jagdbeute gefunden hat und dies durch Bellen anzeigt. Der Jäger folgt dem Bellen zum Beutetier.“

Genauso handeln auch die Hunde in Afrika, wie Weckener und ich beschrieben haben, nicht extra ausgebildet .

Und ebenso macht es auch ein HSH aus einer Arbeitslinie. Er wird auch nicht extra ausgebildet für seinen "Job".

Koster hält es für möglich, dass Hunde aus jagdlichen Gründen auf das Bellen selektiert wurden.


Dem hab` ich ja nicht widersprochen, oder ?


Mit „Zeitverschwendung“ meint er das Anschlagen von Hunden beim Aufspüren von Tieren, die dem Menschen nicht als Nahrung dienen, wie etwa Schlangen oder andere Kriechtiere.



Hatte ich auch verstanden. Hätte ja sonst nicht antworten können.

Zur Vermehrung der Hunde, die eng mit Menschen zusammenleben, habe ich mich nicht geäußert. Das betraf „nur“ die „wild“ lebenden Hunde.

.....und ich hab` darauf geantwortet.
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